Die Tiefe des Gespraechs erreichen und dabei bleiben

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Die Tiefe des Gespraechs erreichen und dabei bleiben

    • Stefan
      Teilnehmer
      Themen: 1
      Antworten: 0

      Was ersetzt den zwischenmenschlichen Kontakt, wie bleiben die Lernenden bei der Stange, wie erreicht man die Tiefe des Kontaktes zwischen Lernenden und Trainer?

      Mir geht es bei online Kursen oft so, dass ich es schwierig finde, ihn zu Ende zu fuehren. Da hilft natuerlich, wenn man zusammen online ist und einen Dialog hat. Auch mini-Tests nach kleineren Einheiten helfen. Trotzdem: bei einem live Event finde ich es leichter, den Tag einfach sitzen zu bleiben, teilzunehmen, und alles  mit zu machen. Fertig. Bestanden.

      Als zweites faellt mir dazu auf, dass meine Teilnehmenden, wenn ich zum Beispiel Coaching beibringe, es leichter finden, wenn Augenkontakt und andere non-verbale Informationen da sind. Vertrauen fassen ist dann leichter, wir gehen tiefer in Themen rein. Wenn Teilnehmende schon in virtuellen Team gearbeitet haben, und an virtuelles Arbeiten gewohnt sind, faellt es leichter. Mit anderen faellt es mir schwer, die Tiefe des Gespraechs zu erreichen.

      Geht es nur mir so, oder sind online Kurse of langweiliger, weil man den menschen anders begegnet, und weil man einfach aus demvirtuellen Raum verschwinden kann, ohne das es auffaellt?

    • Anne Peters – Loalala
      Teilnehmer
      Themen: 5
      Antworten: 11

      Mich interessieren diese Fragen auch unter dem Aspekt: Wie kann Resonanz zwischen gemeinsam Lernenden (auch zwischen Lehrenden und Lernenden) entstehen, wenn sie digitale Mittel nutzen? Online-Lernen kann schwer Zwischentöne, Doppeldeutigkeiten und Bedeutungsnuancen abbilden. Gerade die aber machen aus meiner Sicht Lernen spannend und schaffen Motivation: Wenn mir jemand beim Lernen diese Feinheiten als Hintergrundwissen offenbart, setzt der „Insider-Effekt“ ein: Ich fühle mich „eingeweiht“ und zugehörig, das macht Freude und Lust auf mehr.

    • Anonym
      Inaktiv
      Themen: 0
      Antworten: 2

      Drei wichtige Begriffe scheinen mir hier wichtig, deren Verhältnis sich beim digitalen Lernen ändert:

      – Information: Daran besteht beim digitalen Lernen weniger Mangel. Gegebenenfalls findet der Lerner sie in der Ressource nebenan. Schwierig ist eher ein effizientes Finden der gesuchten und für den Lernenden passenden Inhalte.

      – Motivation: Hier braucht es andere Mechanismen. Für die extrinsisch zu Motivierenden muss der Lehrende irgendwie präsent sein (ob per Chat oder Video ist vermutlich eher eine Frage der Gewöhnung). Die Wirkung eines Bots als Motivator ist sicher schnell verpufft. Für die intrinsisch Motivierten kann die Freiheit des selbständigen Lernens ein großer Vorteil sein.

      – Identifikation: Das scheint mir die größte Herausforderung. Wie sich mit einer Online-Lernsituation so identifizieren wie mit einem realen Lernraum? Lernmaterial, das für mich erstellt oder zumindest mit mir im Blick ausgewählt wurde, fühlt sich ganz anders an, als ein Lernangebot, das für jeden einfach verfügbar ist.

      Kollaboration unter Lernenden hilft auf mehreren Ebenen: Auswahl von Information, gegenseitige Motivation durch soziales Miteinander, Identifikation durch soziales Feedback. Aber Kooperation setzt immer bestimmte Kontexte voraus (z. B. eine funktionierende Lernergruppe) und ist insofern nicht immer eine Lösung.

    • Ruth Habermehl
      Teilnehmer
      Themen: 3
      Antworten: 12

      Ich habe erlebt sowohl bei einem Seminar The Art of Online Hosting als auch bei virtuellen Treffen von Working-Out-Loud-Gruppen, dass die Gespräche sehr persönlich wurden. Das sind dann Kontakte über Video-Konferenzen auf Skype oder Zoom. Bei The Art of Hosting gab es auch Kleingruppen (Break-Out-Groups), die ihren Zweck erfüllten.

      Nach meinem Eindruck ist der Unterschied eher der zwischen einem Forum o.ä. und einem Videotreffen, wo man die Stimme hört und die Mimik mitbekommt.

    • Nele Hirsch
      Verwalter
      Themen: 15
      Antworten: 222

      Schaut mal, es gibt diese Frage:

      [in Bearbeitung] Wie kann Verbundenheit im digitalen Raum hergestellt werden?

      Kann ich Eure Diskussion mit dieser überlegten Frage zusammenführen und ihr denkt dann perspektivisch gemeinsam weiter?

      Oder wollt ihr Eure Überlegungen hier noch einmal in eine Extra-Frage packen?

    • Agnes
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 5

      Die Frage nach der Tiefe eines Gesprächs meint aus meiner Sicht noch mehr als „Verbundenheit“.

      Ich würde Sie eher als Frage nach einer persönlichen Beziehung verstehen, da Stefan von Coaching spricht, sind ja noch ganz andere Ebenen angesprochen.

      Für mich wäre diesbezüglich die Frage spannend, inwiefern man Tools zur Persönlichkeitsentwicklung und Selbsterkenntnis implementieren kann.

      Das scheint mir eine wichtige Aufgabe von Schule der Zukunft zu sein.

    • Nele Hirsch
      Verwalter
      Themen: 15
      Antworten: 222

      Danke für die Einschätzung.

      Wie würde denn dann Eurer Eintrag im geplanten FAQ Online Lernen Zeitgemäß lauten können (in Frageform)?

      (Oder wollt ihr das erst noch einmal zurückstellen und zunächst in einer schon eingerichteten Gruppe mitarbeiten, z.B. zur Frage: Welche Besonderheiten sind beim Online-Lernen gegenüber dem Blended Learning zu beachten?)

    • Hermann Dzingel
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 1

      Ich halte die drei Begriffe, die weiter oben von Lars als für das hier diskutierte Thema wichtig eingeschätzt wurden, für weniger relevant. Vielmehr würde ich gerne andere, bereits implizit genannte Selbstkompetenzen herausarbeiten und diese noch weiter auf die Veränderung im digitalen Raum überprüfen:

      1. Selbst-Bewusstsein

      2. Empathiefähigkeit

      3. Selbst-Wirksamkeit

      Diese Begriffe sehe ich in einem prozeduralen Zusammenhang von Erkenntnisgewinn, dessen Anwendung und die erneute Rückkopplung. Die Frage ist: Wie verändert sich dieser Prozess durch Digitalisierung?

    • Ruth Habermehl
      Teilnehmer
      Themen: 3
      Antworten: 12

      Selbstverständlich können „Tools“ zur Persönlichkeitsentwicklung eingebaut werden. Es gibt Online-Coaching, Online-Psychotherapie.
      Die Schwelle ist nicht das Virtuelle, die Schwelle ist die Frage, was in einen Lernprozess hineinsoll. Soll nach dem Vorschlag von @Hermann Empathiefähigkeit ausgebaut werden? Dann kann man entsprechende Ansätze und Übungen einbauen. Wenn es um Schule geht, gibt es auch entsprechende Ansätze

      Voraussetzung ist nach meiner Erfahrung, dass die Menschen im virtuellen Raum als Person mit ihren konkreten Erfahrungen angesprochen werden.

    • Agnes
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 5

      Ich halte die Aspekte von @Hermann für wichtig, insbesondere auch Selbsterkenntnis und Selbstreflexion und bin gespannt auf die digitale Umsetzung @Ruth. Hast du damit bereits Erfahrung gesammelt? Ich schau mir deine Links mal an. Vielen Dank dafür!

    • Susanne
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 1

      In diesem Zusammenhang finde ich auch die  Gestaltung des Prozesses interessant. Also wie gelingt es online, sich aufeinander und auf das Thema einzulassen? Was hilft dabei, einen sicheren Rahmen zu geben? Welche Methoden, Regeln helfen dabei, fokussiert und kreativ zu bleiben? Wie gelingt ein guter Abschluss, die Verankerung des Gelernten? Interessiert das hier noch jemanden?

    • Agnes
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 5

      ja, @susanne, ich finde deine Fragen auch sehr spannend

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