[Offen] Wie können Lehrende und Lernende (temporäre) Lern-Infrastrukturen zusammenstellen/aufsetzen und dabei Datenschutzvorgaben als auch Privatsphäre-Aspekte miteinbeziehen?

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[Offen] Wie können Lehrende und Lernende (temporäre) Lern-Infrastrukturen zusammenstellen/aufsetzen und dabei Datenschutzvorgaben als auch Privatsphäre-Aspekte miteinbeziehen?

    • Matthias Andrasch
      Teilnehmer
      Themen: 1
      Antworten: 3

      Vielleicht etwas zu technisch gedacht, aber mich beschäftigt (als Mensch außerhalb der Schulstrukturen und mit wenig Einblick wie es seit DSGVO-2018 läuft) folgendes:

      Wie können technikaffine Personen, die bspw. temporär für Projekte in der Schule tätig werden, moderne Kollaborationstools einsetzen? Also ggf. auch Eltern, außerschulische Vereine/Medienpädagog:innen, etc.

      Use-Cases:

      1. temporäres Aufsetzen von Nextcloud, WordPress, CodiMD o.ä. auf einem raspberryPI-Mini-Computer, die nach dem Projekt wieder gelöscht werden
      2. temporärer Aufbau von Diensten bei einem Webspace mit EU-Server wie Hetzner, All-Inkl, Uberspace / andere Cloud-Anbieter (bspw. https://www.stackhero.io/en/), die Daten nicht weitergeben und wo Daten nach Projekt ebenfalls gelöscht werden [Managed-Angebote bieten hier ja den Vorteil, dass Sicherheitsrisiken minimiert werden]
      3. Nutzung von datensparsamen Online-Tools wie https://cryptpad.fr/
      4. (Nutzung von großen Plattformen zwecks Reichweite, ggf. auf freiwilliger Basis)

      Insbesondere Punkt 3.) interessiert mich. Denn nur weil ein Anbieter sagt, dass alles voll privat ist, müssten sich ja Schüler:innen trotzdem vorher selber informieren oder informiert werden, wer eigentlich die Betreiber:innen dahinter sind, welche Maßnahmen ergriffen werden, wo sie das nachlesen könnten, etc. Wird mir persönlich manchmal zu vereinfacht auf Twitter kommuniziert, dass das schon alles okay ist.

      Als konkrete Frage an die Praxis (schulisch wie außerschulisch):

      Wäre ein Tool wie https://datenschutz-generator.de/ hilfreich, wo die Informationen (inkl. ggf. nötigen Einwilligungen) für die Schüler:innen transparent dargestellt werden, sodass solche temporären Freiräumen schnell und dennoch datenschutzkonform + gut dokumentiert initiiert werden könnten für Projekte?

    • Mario
      Teilnehmer
      Themen: 2
      Antworten: 8

      Ich verstehe noch nicht ganz, wie der datenschutz-generator.de genau helfen kann, außer, dass dargestellt wird, dass bestimmte Standards eingehalten werden sollen.

      Zu Punkt 3 finde ich es ganz spannend sich mal das Browseraddon No-Script zu installieren. Das verdeutlicht insgesamt sehr gut, wie viele externe Dienste über Java-Script nachgeladen werden.

      Digitalcourage.de hat auch schon mal etwas für Datensparsame Tools für den Unterricht zusammengestellt.

    • Nele Hirsch
      Verwalter
      Themen: 15
      Antworten: 222

      @matthias: Ich weiß ebenfalls nicht, ob ich Dich richtig verstehe. Wäre Deine Frage für das ‚FAQ Online Lernen Zeitgemäß‘ (mindestens in Hinblick auf den dritten Punkt) so etwas wie:

      Wie können Lehrende und Lernende sich über die Datenschutzkonformität von eingesetzten Tools beim Online-Lernen informieren?

      Oder anders formulieren?

      Und aus Punkt 1,2 und 4 könnten sicherlich auch wichtige FAQ-Fragen werden 🙂

    • Matthias Andrasch
      Teilnehmer
      Themen: 1
      Antworten: 3

      Vielen Dank für eure Antworten!

      Praxisbeispiel, was gerade bei Twitter reinkam:

      „Open Source, kostenlos, browserbasiert und datensparsam. Mit diesen Tools kann man mit den Lernenden mit gutem Gewissen auch online arbeiten.“ https://twitter.com/KaeptnKeks/status/1239250293960904704

      Mir ginge es um

      a) Informationsmöglichkeit für die Lernenden, die es primär betrifft
      (obiges Beispiel: ZUMpad vom ZUM Verein wird eingesetzt, Verlinkung Datenschutzerklärung; jit.si – ja, wer betreibt das aber eigentlich? Wo ist die Privacy-Erklärung? Nur weil es Open Source ist, ist ja dennoch der Betreibende relevant… Böse Beispiele: Ich  betreibe eine jitsi-Instanz und zeichne alle Videochats auf; mein Server ist in den USA und dort ist staatlicher Zugriff anders geregelt, etc.)

      b) Dokumentation für die Lehrenden selbst, z.B. für die Vorbereitung (Dienst-Betreiber:innen  recherchieren) sowohl wenn Nachfragen/Rückfragen kommen (bspw. von Eltern)?

      Also im Sinne deiner Frage Nele vielleicht:

      Wie können Lehrende und Lernende (temporäre) Lern-Infrastrukturen zusammenstellen/aufsetzen und dabei Datenschutzvorgaben als auch Privatsphäre-Aspekte miteinbeziehen?

      Datenschutzkonform ist ja auch „Ich nutze YouTube und stimme explizit allen Datenweitergaben zu“, das wird meiner Ansicht nach auch oft missverstanden noch.

      Anderes Praxisbeispiel derzeit: Schüler:innen setzen eigenständig Discord-Server auf. Geht das mit informierter Zustimmung aller Beteiligten als freiwilliges Angebot? Wenn ja – wie?

    • Jens Lindström
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 9

      Ich kenne mich nur für SH gut aus, es scheint aber in den andere BL sehr ähnlich zu sein. In SH ist es so geregelt, dass _jede_ Verarbeitung personenbezogener Daten durch Dritte Genehmigungspflichtig durch das Ministerium ist.

      Wenn ich also Daten außer Haus übermittle, egal ob es der Server von Jitsi oder dem Studienseminar Osnabrück (Oncoo) ist, muss ich dafür eine Einzelgenehmigung beim Ministerium beantragen. Die Chancen, dass das genehmigt wird, sind natürlich bei einem Server in Osnabrück größer. So oder so muss dann aber ein Auftragsdatenverarbeitungsvertrag geschlossen werden.

      Heißt in Kurz: Eigentlich kann eine Lehrkraft keinen einzigen Clouddienst kurzfristig gesetzeskonform nutzen, wenn er nicht bereits als Landeslösung zugelassen ist (z.B. Mebis in Bayern oder ItsLearning in Bremen, CommSy in SH).

      Plattformen wie YouTube können demnach von zu Hause aus einfach gar nicht Gesetzeskonform aufgerufen werden. Eigentlich gilt das für fast jede Internetseite.

      Diese Situation ist eigentlich für unser Bildungssystem untragbar, weit weg von der gängigen Praxis und muss dringend auf politischer Ebene aufgelöst werden. Die meisten Lehrkräfte engagieren sich aber leider da nicht auf politischer Ebene. Stattdessen werden einfach irgendwelche Dienste genutzt, ohne sich Gedanken über das Thema zu machen.

      (ich habe hier mal meinen Frust darüber ausgelassen)

      Das einzige, was rechtlich kurzfristig machbar wäre, ist tatsächlich einen eigenen Server aufzusetzen. Dann werden ja keine Daten durch dritte verarbeitet. Leider sind dazu nur die wenigsten LK in der Lage.

      Deswegen war meine Herangehensweise in dem Video auch: „Wenn ihr schon einfach so irgendwas nutzt, dann nutzt wenigstens solche Plattformen, die immerhin eine Chance hätten, zugelassen zu werden.“

    • Matthias Andrasch
      Teilnehmer
      Themen: 1
      Antworten: 3

      Danke Jens für das Zeitnehmen und den aktuellen Lagebericht, sehr hilfreich! ???

      (Für die Mitlesenden: Forderungen (aus der Praxis) auf die politischer Ebene bringen, das macht u.a. das Bündnis Freie Bildung, welches sich neben dem Thema OER eben auch dem Thema von offenen Infrastrukturen widmet – https://buendnis-freie-bildung.de/)

    • Nele Hirsch
      Verwalter
      Themen: 15
      Antworten: 222

      @ Matthias: Danke für die Frageformulierung. Ist jetzt mit [offen] als gefundene Frage fürs FAQ markiert.

      (Wie gut, dass ich gestern Abend die maximale Zeichenzahl für Topic-Titel deutlich nach oben gesetzt habe 🙂

    • Anna Krimlowski
      Teilnehmer
      Themen: 1
      Antworten: 5

      Ist wirklich ein Jammer, dass in Deutschland alles nicht geht….. Wir suchen dringend einen Clouddienst für die Klasse meiner Tochter und irgendwie gibt es bei jedem Tool eine juristische Hürde. Habe Freunde in anderen Länder dieser Welt und da läuft das ohne Probleme…..

      Das ist ein Jammer und wir können nur hoffen, dass sich jetzt hier mal was ändert…. 😉

    • Matthias Andrasch
      Teilnehmer
      Themen: 1
      Antworten: 3

      Aktueller Beitrag hierzu auch bei Jan-Martin Wiarda:

      https://www.jmwiarda.de/2020/03/20/digital-blamage/

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